Deutscher Ethikrat spricht sich für religiöse Beschneidungen aus

Nachdem das Beschneidungsurteil des Landgerichts Köln die Vornahme religiöser Beschneidungen für strafwürdig erklärt hatte, spricht sich nunmehr der Deutsche Ethikrat für die religiöse Beschneidung aus.

Die religiöse Beschneidung solle demnach in einer rechtlichen Regelung vorgesehen werden und unter vier Voraussetzungen zulässig sein: 

  • Die  Sorgeberechtigten seien umfassend aufzuklären und müssten in die Beschneidung einwilligen.  
  • Es müsste eine qualifizierte Schmerzbehandlung garantiert sein.
  •  Der Eingriff muss fachgerecht durchgeführt werden. 
  • Der betroffene Junge könne – abhängig von der Entwicklung – ein Vetorecht gegen die Beschneidung ausüben. 

Rechtliche Klarheit besteht durch die Empfehlung rechtlicher und fachlicher Standards natürlich noch nicht. Sofern von manchen Stimmen darauf eingegangen wird, dass die religiöse Bescheidung vom Ethikrat als zulässig angesehen wird, so hat dies keine Auswirkungen auf das Bestehen eines nicht unerheblichen strafrechtlichen Risikos für Ärzte bei der Vornahme von Beschneidungen. Das Kölner Beschneidungsurteil besteht fort und steht so in der Welt. Ob ein anderes Gericht anders urteilen würde – gerade im Hinblick auf die in Gang gesetzte gesellschaftliche Diskussion sowie anderweitige Stimmen in der Rechtswissenschaft – bleibt offen. Solange jedoch keine anderen Urteile existieren, bleibt das Urteil des Landgerichts Köln die Richtschnur in Richtung strafrechtlicher Risiken bei religiösen Bescheidungen.

Die Stellungnahme des Ethikrats ist sicherlich für die gesellschaftliche Diskussion wichtig. Rechtliche Wirkungen vermag sie jedoch nicht zu entfalten. Hier bedarf es schon anderer einschlägiger Urteile oder einer gesetzgeberischen Entscheidung um hier rechtliche Klarheit für Ärzte zu schaffen. 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>