Muss eine Krankenkasse die Kosten für rhythmische Massagen übernehmen?

Diese Frage hatte das Hessische Landessozialgericht (LSG) im November letzten Jahres zu entscheiden. Das Ergebnis: Die Klägerin hat keinen Anspruch auf Erstattung der Kosten für rhythmische Massagen mit Wärmebehandlung (LSG Hessen, Urteil v. 24.11.2011, Az.: L 8 KR 93/10). 

Eine Kostenübernahme erfolgt nur für solche Leistungen, die zweckmäßig sowie wirtschaftlich sind und deren Qualität und Wirksamkeit dem allgemeinen Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechen.

Diese Voraussetzungen sind bei neuen Hilfsmitteln nicht automatisch gegeben. Die Therapieform “rhythmische Massagen” gilt als “neues Hilfsmittel”, da sie dem Bereich der alternativen Medizin zugeschrieben wird und nicht zur vertragsärztlichen Versorgung zu zählen ist. Gleichfalls ist die Therapieform mittels rhythmischer Massagen auch nicht in den  Heilmittel-Richtlinien vorgesehen.

Unter diesen Voraussetzungen war die Therapieform der “rhythmischen Massagen” nicht als ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung im Sinne des Leistungskatalogs der Krankenkassen anzusehen.

Somit hätte es für eine Kostenübernahme zumindest der Anerkennung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss bedurft. Es wäre eine positive Empfehlung über den diagnostischen und therapeutischen Nutzen der Methode erforderlich gewesen. Eine derartige Anerkennung war für rhythmische Massagen jedoch nicht erfolgt.

Bei der Nichtanerkennung hat es sich laut dem LSG Hessen auch nicht um ein Systemversagen gehandelt. Der gemeinsame Bundesausschuss habe sich durchaus schon mit alternativen Behandlungsmethoden beschäftigt – insbesondere bei schweren und lebensbedrohenden Erkrankungen. Für die Therapieform “rhythmische Massagen”, die auch nur in Fällen nicht allzu schwerwiegender Erkrankungen eingewandt werde, könne man es bei einer Nichtanerkennung belassen – zumal es in diesem Bereich genügend wirksame herkömmliche Therapieformen gäbe.

Fazit:

Die Kostenübernahme bei alternativen Therapieformen bliebt problematisch. Das LSG Hessen hat jedoch nicht, wie es in der Presse mitunter verkürzt zu lesen ist, die Frage der Kostenübernahme bei alternativen Behandlungsmethoden gänzlich verneint. Maßgeblich ist vielmehr immer eine Einzelfallbetrachtung. Diese hat im vorliegenden Fall dazu geführt, dass die Kosten für rhythmische Massagen von der Krankenkasse nicht zu übernehmen waren.

 

 

 

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